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Autopiloten: einrichten des autopiloten

Wie Ihr Autopilot Sie wieder auf das Wasser bringen und einen Vorsprung verschaffen kann, wenn die Regattasaison losgeht – Teil 2

Eine "komplette Crew" wird in der Welt des Grand Prix immer schwieriger zu definieren. In der Ultim-Klasse (32-m-Renntrimarane) kann eine ganze Crew aus sechs Personen bestehen, während es für eine IMOCA60 auch nur vier Teammitglieder sein können.

Trotz des großen physischen Größenunterschieds zwischen diesen beiden Klassen ist der gemeinsame Nenner jedoch, dass sich ihre Teams stark auf den Autopiloten verlassen, um das Boot unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig ein berauschendes Tempo zu halten.

Obwohl zwischen diesen Offshore-Maschinen und alltäglichen Regattabooten Welten liegen, hat die technische Entwicklung auch im Mainstream-Regattasport dazu geführt, das Wachstum beim Segeln mit kleiner Crew zu fördern und Amateuren die Werkzeuge und das Vertrauen zu geben, um auf einem beeindruckend hohen Niveau zu konkurrieren.

In dieser Ausgabe bitten wir jemanden, der regelmäßig voll durchstartet und sich dabei auf den Autopiloten verlässt, uns zu erklären, wie man diese Systeme bestmöglich nutzen kann.

"Der erste und wichtigste Teil der Einrichtung eines Autopiloten besteht darin, alle Instrumente zu kalibrieren. Ohne diesen Schritt ist es sinnlos, überhaupt weiterzumachen", sagt Henry Bomby, der sowohl allein als auch mit kompletter Crew segelt.

"Obwohl wir bei den Volvo 65 keine Autopiloten hatten, war die Kalibrierung der Instrumente natürlich ebenso wichtig, und wir verbrachten manchmal 1 bis 2 Monate damit. So konnten wir detaillierte Kalibrierungstabellen für unsere gesamte Segelgarderobe über die gesamte Bandbreite an Windgeschwindigkeiten und -winkeln erstellen. Mit einem normalen 40-Fuß-Boot würden Sie nicht so viel Zeit damit verbringen, aber man muss schon sichergehen, dass alles stimmt, und das nimmt etwas Zeit in Anspruch.

Wenn die Bootsgeschwindigkeit nicht richtig kalibriert ist, stimmen auch Berechnungen wie die wahre Windgeschwindigkeit und -richtung nicht mehr, und das wirkt sich wiederum auf alles andere aus.

Der Geschwindigkeitssensor muss außerdem direkt auf die Mittellinie gestellt sein.

Und dann gibt es noch die Windgeschwindigkeit und -richtung: Die Windfahne muss an den Instrumenten sowohl physisch als auch elektronisch zentriert sein."

Einrichtung für die Kalibrierung – Tipps von Henry

  • Segeln Sie unter stabilen Bedingungen, in ruhigem Wasser und mit 10–12 Knoten Wind
  • Vermeiden Sie wechselhaften ablandigen Wind
  • Halten Sie sich möglichst von Strömungen fern
  • Suchen Sie sich ausreichend Platz, um 10 Minuten lang vor- und zurückfahren zu können, damit alles eingestellt werden kann.
  • Ein wichtiger Teil des Prozesses besteht in der Beobachtung, wie sich Anpassungen auf das Verhalten des Boots auswirken.

 Worauf Sie achten müssen:

  • Ein Squaretop-Großsegel erzeugt mehr Aufwind als ein konventionelles Pinhead-Großsegel, weshalb die Kalibrierungstabellen detaillierter ausfallen müssen
  • In diesem Fall sollte ein vertikaler Windsensor wie der WS700 vorhanden sein

Verwendung Bei Gafahr

Bevor Sie Funktionen wie "Auto-Trimm" und "Gegenruder" überhaupt in Betracht ziehen, müssen Sie verstehen, von welchen grundlegenden Daten Autopiloten gesteuert werden, d. h. scheinbarer und wahrer Windwinkel zur Kompassrichtung. Welche müssen Sie verwenden – und wann?

"Die meisten Shorthand-Segler gehen auf die gleiche Weise vor", sagt Nigel Colley vom Solo Ocean Racing Club (SORC). Je nach Kurs zum Wind verwenden wir die folgenden Einstellungen.“

•         Amwind – Scheinbarer Windwinkel

•         Seitenwind – Kompass

•         Vormwind – Wahrer Windwinkel

"Dies sind lediglich Ausgangspunkte, da es je nach den Bedingungen weitere Verfeinerungen dazwischen gibt. Gibt es beispielsweise viele Wellen am Wind, sollte sich das Ruder über einen großen Bewegungsbereich hinweg schneller bewegen, damit Sie nicht hin- und hergeworfen werden und die Geschwindigkeit beibehalten.

Bei leichteren Bedingungen und auf ruhigem Wasser möchten Sie bei gleichem scheinbarem Windwinkel viel kleinere und sanftere Bewegungen ausführen, um den Strömungswiderstand zu minimieren.

Unter böigen Bedingungen in ruhigem Wasser mit ablandigem Wind möchte man etwas dazwischen, um das Beste aus den Windwechseln und Böen machen zu können.

Sehen Sie sich erst an, wohin Sie steuern, bevor Sie eine Einstellung wählen und den Autopiloten einschalten. Sie möchten schließlich, dass der Autopilot so steuert, wie Sie es vorher getan haben."

Beim Segeln mit kleiner Crew unterscheiden sich die Ansichten im Vergleich zum Solo-Segeln darin, ob die automatischen Wende-/Halsen-Funktionen verwendet werden. Einige mögen die Automatikfunktion, andere sind nicht so begeistert, aber alle sind sich einig, dass dies von den verwendeten Segeln und den vorherrschenden Bedingungen sowie von der spezifischen Cockpit-Anordnung und der Erreichbarkeit der Bedienelemente abhängig ist.

Das Wenden in ruhigem Wasser verursacht in der Regel weniger Probleme, während eine böige Halse auf hoher See mehr Sicherheit erfordert.

Nigel hat eine spezielle Technik für Halsen mit A-Segeln.

Einhändige Halsen – Tipps von Nigel

  • Stellen Sie den Autopiloten so ein, dass er nach dem wahren Windwinkel steuert
  • Stellen Sie das Boot auf 160 Grad zum wahren Wind.
  • Planen Sie einen Halsenwinkel von 20 Grad bis vor den Wind, 20 Grad auf die andere Seite plus 10 Grad, um ein wenig Schwung zu bekommen – also insgesamt 50 Grad.
  • Wählen Sie Ihren Moment so aus, wie Sie es bei manueller Steuerung tun würden, d. h., warten Sie, bis die Welle und die Bootsgeschwindigkeit übereinstimmen.
  • Drücken Sie die 10-Grad-Taste fünfmal.
  • Fahren Sie dann mit dem Fieren und anschließenden Neutrimmen des Segels auf der neuen Seite fort.

 Top-Tipps

  • Geschwindigkeit ist Ihr Freund, seien Sie nicht zaghaft.
  • Das heißt auch: Keine Angst vor dem Abbrechen, wenn es dafür noch früh genug ist und ein neuer Einstieg möglich ist.
  • Stellen Sie sicher, dass das Boot aufrecht in die Halse fährt.

Biogs

Henry Bomby

Henry hat an vier Solitaire du Figaro Kampagnen teilgenommen und ist über zwei Jahre lang den MOD70 Trimaran Phaedo 3 gesegelt. Er ist Absolvent der Artemis Offshore Academy und nahm 2017–18 an Bord der „Turn The Tide On Plastic“ von Dee Caffari am Volvo Ocean Race teil.

Derzeit arbeitet er auf eine Olympia-Kampagne in der neuen zweihändigen Offshore-Kategorie für die Pariser Spiele im Jahr 2024 hin.

Nigel Colley

Nigel ist Inhaber und Geschäftsführer des Jachtenmaklers und Jeanneau UK-Vertreters Sea Ventures und begeisterter Shorthand- und Solo-Segler. Er ist außerdem einer der wichtigsten Köpfe hinter dem Solo Offshore Racing Club (SORC), wo er regelmäßig bei wichtigen Rennveranstaltungen des Vereins auf dem Podium steht und die SORC-Saison 2018 als Gesamtsieger verlassen hat.

Derzeit segelt er eine Sun Fast 3300 und eine Class 40 und kann auf eine lange Liste von Erfolgen zurückblicken, darunter den Sieg beim SORC Wolf Rock Race 2017, zweiter Gesamtplatz im Doublehand 2010 Round Britain & Ireland Race und Gewinner des North Sea 1000 Mile Race 2011.

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