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SailSteer mit Mark Chisnell

Mark Chisnell nimmt das SailSteer-Display unter die Lupe – nur auf Kartenplottern und Instrumenten von B&G verfügbar.

SailSteer

Die Sail Steer app zeigt viele wichtige Informationen auf einem Bildschirm. Das ist gut für Navigatoren, die das Vorankommen zu einem Wegpunkt und die Windwinkel im Auge behalten wollen. Und für alle, die mit kleiner Crew unterwegs sind.

Was ist was bei SailSteer?

Gehen wir es einmal durch. Die Zahlen links lassen sich alle durch den Navigator konfigurieren. Hier sind es (von oben): Bootsgeschwindigkeit in Knoten (WATER), wahrer Windwinkel (TWA), scheinbarer Windwinkel (AWA), wahre Windstärke (TWS) und wahre Windrichtung (TWD).

Die Zahlen rechts zeigen an (von oben): magnetische oder wahre Referenz zum Wegpunkt, auf Backbord (auf Steuerbordbug - P) oder Steuerbord (auf Backbordbug - S), gesamte Segelzeit zum Wegpunkt auf beiden Seiten (TTW-S), gesamte Entfernung zum Wegpunkt (DTW-S), die Peilung zum Wegpunkt (WPT BRG) und die Wassertiefe.

In der Mitte haben wir die coolen Infos. Das Bild zeigt immer die Umrisse eines Bootes, das nach oben segelt. Wenn man also nach vorne auf das Display schaut, ist es in der gleichen Richtung wie wenn man aufschaut zum Bug oder auf den Horizont.

Eine Kompassrose in schwarz-weiß dreht sich außerhalb des Bootsumrisses um den Kurs anzuzeigen. Der tatsächliche Kurs ist die hervorgehobene Zahl in schwarz-weiß, in diesem Fall 271 Grad. Die kleine orangene Eieruhr zeigt den Kurs über Grund (COG) und die Tide wird durch den blauen Pfeil mit Zahl in der Mitte angezeigt, hier strömt sie mit 1,3 Knoten von rechts nach links.

Der scheinbare Windwinkel AWA wird durch das „A“ im blauen Pfeil angezeigt, der wahre Windwinkel TWA durch das „T“ im grünen Pfeil (er ist grün, wenn das Schiff am Wind oder Downwind auf dem gewählten Zielwinkel segelt, aber wird blau, wenn der Kurs um 10 Grad oder mehr davon abweicht oder raumschoots). Hier in diesem Beispiel sehen wir beide dicht bei 310 Grad auf der Kompassrose.

Die roten und grünen Sektoren zeigen die Laylines und deren Grenzen im Muster der Winddreher, wobei die grünen und roten Strichlinien den TWA zum Ziel (Laylines) für jeden Bug bei der momentanen TWD zeigen.

Der gelbe Punkt in etwa 340 Grad auf der Kompassrose ist die Peilung zum Wegpunkt. 

Am Wind auf Steuerbordbug

Was können wir also auf einen Blick sinnvolles erkennen – abgesehen von der Tatsache, dass wir gerade auf Backbordbug am Wind segeln, was an Bord ja eigentlich offensichtlich sein sollte…?

Das Boot segelt von rechts nach links über Grund, weil die COG Eieruhr links vom Bug ist. Das macht Sinn, weil der Tidenpfeil zeigt, dass die Strömung mit 1,3 Knoten ebenfalls von rechts nach links setzt.

Das Boot wird etwas zu hoch am Wind gesegelt, weil der Bug rechts von der TWA zum Ziel, der gestrichelten grünen Linie, ist.

Auf Steuerbordbug werden wir die Tonne nicht anliegen können, weil der gelbe Punkt komplett außerhalb des roten Sektors ist.

Am Wind auf Backbordbug

Jetzt wenden wir und schauen mal, wie es aussieht. Was sagt und das Sail Steer Display?

Das Boot segelt nun von links nach rechts über den Grund, weil die COG Eieruhr rechts vom Bug ist. Das macht Sinn, weil der blaue Tidenpfeil zeigt, dass die Strömung mit 1,1 Knoten ebenfalls von links nach rechts fließt.

Wieder ist das Boot etwas zu hoch am Wind, weil der Bug links vom festgelegten Zielwindwinkel ist (gestrichelte rote Linie).

Wir können die Tonne immer noch nicht anliegen, weil der gelbe Punkt komplett außerhalb des roten Sektors ist, und links vom Bug. Wäre ich der Navigator hier an Bord, würde ich der Steuerperson sagen nicht mehr so sehr zu kneifen, die Wendemarke zu vergessen und stattdessen nach den optimalen Zielnummern zu segeln. Höflich, natürlich.

Downwind auf Backbordbug

Nun sind wir also um die Luvtonne herum und segeln downwind auf Backbordhalsen. Was sagt uns das Sail Steer Display?

Das Boot segelt über Grund von links nach rechts, weil die COG Eieruhr rechts vom Bug ist. Dies ist wieder einmal korrekt, weil der blaue Tidenpfeil sagt, dass die Strömung mit 0,9 Knoten von links nach rechts fließt.

Das Boot ist immer noch etwas zu hoch am Wind, weil der Bug links vom optimalen Windwinkel ist (gestrichelte rote Linie).

Auf Backbordbug werden wir die Tonne anliegen können, weil der gelbe Punkt durch den grünen Sektor gewandert ist und sich nun in Luv davon befindet. Wäre ich der Navigator auf diesem Boot, würde ich der Steuerperson sagen, dass sie endlich aufhören soll anzuluven und stattdessen zu halsen, um zur Tonne zu segeln!

Vorwind von Steuerbord

Endlich hat die Steuerperson mal das getan, was sie sollte. Was sagt uns jetzt das Sail Steer Display, wo wir nun mit Steuerbord-Halsen downwind segeln?

Das Boot segelt so gerade eben von rechts nach links über Grund, weil die COG Eieruhr links vom Bug ist. Das macht wieder einmal Sinn, weil der Tidenpfeil anzeigt, dass die Strömung mit 0,7 Knoten etwas von rechts nach links fließt.

Das Boot ist immer noch etwas zu hoch am Wind, weil der Bug rechts von dem optimalen Windwinkel (gestrichelte grüne Linie) ist.

Das ist aber nicht so schlecht, weil wir jetzt die Tonne anliegen. Bug, COG Eieruhr und der gelbe Punkt befinden sich alle mehr oder weniger in einer Linie. Wir segeln also auf der Layline, die Wendemarke ist gerade noch 4 Minuten und 21 Sekunden entfernt. Gute Arbeit, aber nun ist es Zeit, sich Gedanken über das richtige Am Wind-Vorsegel zu machen…

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